30/08/2024

Yellowstone Park

In West Yellowstone, dem westliche Eingang zum Nationalpark angekommen, suchte ich mir am Rande der Kleinstadt einen Campingplatz. Preis für den Schotterplatz: 54 Dollar pro Nacht. Zwei Nächte verbrachte ich hier. Den fahrfreien Tag habe ich ausgenutzt, um mir einige heimische Tiere im Zoo anzuschauen und einige Lebensmittel für den Park einzukaufen, wobei ich mir keinen Bärenspray kaufte, der in jedem Geschäft angeboten wurde.

Hier sind jedenfalls die Nächte schon ziemlich kalt, liegt doch der Ort auf über 2000m. Frühmorgens startete ich zum Eingang des Park's und zahlte dort 30 Dollar Eintritt als Motorradfahrer, gültig 7 Tage. Nun ging es gemütlich fahrend von einem Geysir zum nächsten. Beim berühmten Old Faithful Geysir angekommen, warteten sicherlich über 500 Leute auf die Fontäne, ein jeder griffbereit seine Kamera oder sein Handy. Da der Geysir laut Tafel nur alle 60 bis 90 Minuten sein heißes Wasser ausspuckt, nutzte ich die Wartezeit sinnvoll und ging derweil zu den anderen Geysirfeldern.

Fertig mit der Wanderung, kam ich wieder beim Old Faithful an. In der Zwischenzeit waren weitere hunderte Leute dazugekommen und der Geysir hatte noch immer keine Lust die zahlreichen wartenden Fotografen zu unterhalten.
Ich fand eine kleine Lücke mit guten Blick zum "Oldie" und nach nicht mal 5 Minuten warten, spuckte er seine Fontäne medienwirksam zur Freude aller Hobbyfotografen aus. Nach dem Ende gab's einen großen Aufbruch, die meisten Leute strömten zu ihren Autos zurück. Ich wollte mir den Wirbel nicht antun, also ging ich zum nächsten Shop, kaufte mir ein Getränk, setzte mich zur Seite und schaute mir das Chaos der wegfahrenden Autos an, im Blickfeld noch immer den Geysir. Nicht einmal 15 Minuten nach der vorherigen Show, spuckte er schon wieder sein heisses Wasser in die Luft. Ok, dachte ich, die Tafel gehört umgeschrieben, nicht alle 60 bis 90 Minuten.


Als es ruhiger wurde, fuhr ich zum Campingplatz Bridge Bay. Hier bekam ich am letzten Ende im Wald meinen Platz zugewiesen. Ein jeder Platz hatte seine Bärenbox, in die man laut Hinweiszettel alles Essbare,  Kosmetik (Duschgel, Zahnpaste, usw.) reingeben muss. Komische war nur, dass der Platz bei Weitem nicht vollbelegt war. Ich fand die Zuteilung meiner Zeltparzelle ein wenig blöd, denn meinen nächsten Zeltnachbarn konnte ich, abwärts durch den Wald blickend, gerade noch erspähen. Die werden mich doch nicht als Köder benutzen??
Kurz vor der Finsternis traf ich im unteren Teil der Anlage meinen Reisespezi Steve wieder, der gerade mit dem Zeltaufbau fertig wurde. Auch er bleibt einige Tage hier im Park. Mit zwei Dosen Bier, die Steve aus der Seitentasche zauberte, wurde das Wiedersehen gefeiert.
Ich schlich mich dann, bevor es ganz dunkel wurde, wieder durch den Wald zu meinem Tipi und sperrte, sicher ist sicher, auch meine Schuhe in die Box. Wer weiß, welche Geruchsnoten Bären bevorzugen.
Recht gut habe ich nicht geschlafen, erstens fiel die Temperatur auf 5 Grad und meine volle Blase sagte mir, auf zur Toilette. Nur die lag am anderen Ende des Waldes, zu weit weg im 🐻Gebiet und in der Nähe des Zeltes wollte ich keineswegs MEIN Revier markieren.
Endlich kam das Tageslicht. Ich raus, runter zur Toilette, um dann gefühlte 30 Minuten in der beheizten Anlage meinen durchgefrorenen Körper aufzuwärmen und dann zurück zum Platz, um mein Zelt abzubauen. Nun ging ich zu Steve, auch er hatte die eisige Nacht genossen, denn er machte komische Aufwärmübungen.

Einige Kilometer entfernt war eine kleine Ortschaft, wo wir uns ein "warmes" Frühstück gönnten.
Von hier aus fuhren wir gemeinsam nach Norden, um uns einige Attraktionen anzuschauen. Bei einer grasenden Bisonherde war ein großer Auflauf von Menschen, die Fotos machten und nachdem die Büffelfotos geschossen waren, musste meine Vespa als zweitplaziertes Fotomotiv herhalten. Najo, vollgepackt schauts schon ah weng wiar ah kloana Büffel aus.


Im Norden trennten sich unsere Wege wieder, Steve fuhr zurück zum Campingplatz, ich fahre langsam ostwärts.




27/08/2024

Beste Strecke bisher "LOLOPASS "

Die Müdigkeit war gleich verflogen, als ich die kurvenreiche Strecke am Navi erblickte. Nun ging es, zahlreiche Hügel umfahrend, nach Lewiston und ab hier immer den Clearwater River entlang. Das dürfte unter den Bikern eine beliebte Route sein, über 100 Kilometer beste kurvenreiche Straße, die am Lolopass ,der die Grenze Idaho/Montana bildet, endet.
Ein Drittel der Strecke fuhr ich alleine, da schloss ich auf 2 kanadische Biker (mit Tourenbike's) auf, gemeinsam flogen die Kilometer dahin, bei einer Baustelle kam eine Gruppe Harleyfahrer dazu. Die zwei Kanadier voran fuhren nun ein wenig schneller,  ich in der Mitte gab alles um den Anschluss zu den beiden nicht zu verlieren. Ich sah oft im Rückspiegel nach der Dezibelstarken Meute hinter mir, die verbissen kämpfte, um sich nicht abzuhängen lassen (von einer Vespa🤭). Kurz vor dem Pass erkämpfte ich mir jedenfalls den ersten Platz. Die beiden Mitstreiter parkten mit große Augen, aber mit einem Grinsen im Gesicht neben mir. Während wir schon nette Gespräche hatten, trudelte die Harleygang ein, nur die dürften beleidigt gewesen sein, denn die stellten ihre Motorräder gleich mal hundert Meter weg ab. Auch gab es außer skeptischen Blicken, die der Vespa galten, keinen Gesprächskontakt. Naja, es kann nur einer erster sein. 
Abwärts fuhr ich die kurze Distanz nach Missoula gemütlich allein. Der einzige Campingplatz, der auch Zeltbesitzer aufnimmt, läßt sich das auch fürstlich bezahlen. "86 Dollar" für ein kleines Zelt. Zu spät habe ich gesehen, dass auf bookingcom ein Motel Zimmer für 80 Dollar angeboten wurde. Egal, ich stellte mein Zelt auf, froh, dass Hund und Katze nicht sichtbar herumschwirrten.
Die Nacht habe ich bis auf einmal, wo der Wind die Plane ins Zelt drückte und ich sofort wieder im Abwehrmodus gegen Katz aufgewacht bin, soooo gut geschlafen, dass mich erst die Sonnenhitze bewegte das Zelt zu verlassen.
Das erste war nun mal die Zeltplane gründich von der Hundepisse zu säubern, nachdem ich einen Wasserhahn in der Nähe entdeckte, um dann gemütlich die Vespa zu beladen.
Nächstes Ziel: West Yellowstone.



26/08/2024

🐈‍⬛ und 🐶

Abfahrt vom Motel bei Regen, Ziel Portland, um dort den fälligen Öllwechsel bei der hiesigen Vespawerkstatt zu tätigen. Bei der Ankunft um die Mittagszeit erstmal die Ansage "3 Tage Wartezeit", aber nachdem Tom der Chef rauskam und meine Weltreisevespa gesehen hatte,  meinte er, geh einmal was essen, wir werden das inzwischen erledigen. Nach dem Essen ging ich zurück und meine Amiga stand schon wieder draußen, fertig zum Weiterfahren. Öl und der Hinterreifen wurden gewechselt. Nach der Bezahlung drückte mir noch sein Mechaniker eine Auspuffdichtung in die Hand, weil er meinte, dass die bald hinüber sein wird. Dankbar und froh über die rasche Erledigung fuhr ich raus aus der Stadt, um wieder die nächste Regenfront zu erwischen. Eh noch nass vom Vormittag hatte ich keine Lust zu zelten, also wurde ein Motel angefahren.

Am folgenden Morgen ging es weiter bei Sonnenschein und in trockener Kleidung, lange durch die "amerikanische Wachau" den Columbia River entlang. Nur dieser Fluss ist um einiges größer als unsere Donau. Immer im Blick die zahlreichen Weinreben und die Passagierschiffe. Als ich meinen Zielort Walla Walla erreichte und ich bei den drei dortigen Campingplätzen zwecks Zeltplatz nachfragte, wurde ich immer abgelehnt,  es seien nur Wohnmobile/Waggen erlaubt. So fuhr ich noch über hundert Kilometer, immer auf der Suche nach einem Platz auf dem kein "Tent" Verbot herrschte.
In Dayton wurde ich bei einem Wohnwagenpark fündig, der Chef fährt selbst Motorrad und er erlaubte mir um 10 Dollar mein Zelt aufzubauen. Ein wenig anders war der Platz schon, nicht wie die Plätze, die ich bisher gesehen hatte. Die meisten Gäste/Bewohner im Rentneralter schienen dauerhaft hier zu wohnen. Ein wenig vermüllt ausschauend, aber auf der einzigen freien Wiese (5×5 Meter) durfte ich mein Nachtlager aufschlagen. Ein wenig mühselig war es dann in der mit Hundekothaufen übersäten Wiese eine Stelle für mein Zelt zu finden. Die trockenen Kothaufen schubste ich mit dem Schuh einfach zur Seite, bis ich genug Platz hatte. Nach dem Aufbau hatte ich noch genügend Zeit, um mich meiner Vespa zu widmen. Ich hatte gerade den Auspuff demontiert, um die geschenkte Dichtung einzubauen, da sah ich am Boden liegend unter der Vespa durch, dass ein kleiner Hund meinen Zelteingang markierte. Zu spät, aber nichtsahnend, dass das erst der Anfang vom Hund und Katze verscheuchen war. Fast fertig mit dem Austausch der Dichtung, da erschien zuerst eine räudige Katze, die ich noch von mir wegscheuchen konnte. Aber was machte das Mistvieh...ging einfach hinter das Zelt, um dort bei der Zelthaut die Krallen zu schärfen. Ich sofort rüber zum Zelt, die Katze verjagt, zurück zum Moped Klebeband holen. Und derweil ich die Plane mit Klebeband flickte, kam ein großer Hund (da hatte fast ein jeder Bewohner wie ich später sah so eine Tier, daher die Kotwiese) und erschnüffelte den Urin vom kleinen Hund. Was dann geschah könnt ihr euch denken, er pullerte eine Ladung auf den Reißverschluss meines Eingangs.
Jetzt woar i schon grantig, aber die Story geht nu weiter, denn ich wollte mir den schönen Ort noch ansehen (habe ich dann am nächsten Morgen bei der Abfahrt gemacht), da tauchte ein Rudel Katzen auf, so um die zehn Stück, die es magischerweise immer zum Zelt hinzog. Nun verbrachte ich die restliche Zeit damit die Viecher zu verscheuchen, die glaubten, dass das blaue Zelt ihr Kratzbaum wäre. Als es dunkel wurde, kroch ich in mein Zelt, aber Katzen sind ja auch nachtaktiv,  so ging das Spiel munter weiter. Einige sprangen aufs Zelt, die konnte ich von innen aufs Zelt schlagend abwehren, aber andere lagerten am Boden, da musste ich unzählige Male raus aus meiner Behausung. Fast wie in einem schlechten Horrorfilm.
Unausgeschlafen packte ich frühmorgens mein Zeug aufs Moped.  Pluspunkt von dem Platz war, dass mir ein Bewohner als Stärkung für meinen ausdauernden Abwehrkampf ein Melonenstück reichte und am nächsten Tag eine Tasse Kaffee brachte, kurz bevor ich den Startknopf drückte. So sah ich nun, wie oben erwähnt, das noch schlafende Dorf erst bei der Weiterfahrt.
Missoula, in Montana ist mein heutiges Ziel.  

 

24/08/2024

Kurze Freude

Relativ ausgeschlafen nutzten Steve und ich eine kurze Regenpause um unsere Zelte abzubauen. Und er war fast so schnell wie ich mit dem Verstauen der Ausrüstung, nicht wie mein letzter Afrikareiseamigo Metin. Dann ging es gemeinsam bei Nieselregen von Whistler abwärts nach Vancouver. Trotz Regen genoss ich die gemeinsame Fahrt. Schön mal nicht alleine ein Ziel anzufahren☺️. Der gleiche Campingplatz, wo ich vor ein paar Wochen geschlafen habe, war das Ziel, nur diesmal teilten wir uns die Kosten vom Standplatz. Im Büro ein Foto eines Bären, der am 14.August in der Nacht von der Überwachungskamera beim Stöbern am Platz verewigt wurde. Aha, okay, ein Stadtbär quasi.
Relaxen war am Nachmittag angesagt: Hallenbad, Whirlpool, Wäsche waschen und Erlebnisse austauschen. Viel zu schnell verging die Zeit. Steve wollte schon am nächsten Morgen um 7 Uhr früh bei der Fähre nach Vancouver Island sein. Sechs Uhr morgens ,wieder bei Regen, weckte mich Steve auf um sich zu verabschieden. Ich kroch wieder zurück in den Schlafsack, um auf besseres Wetter zu warten.  Schlafen konnte ich eh nicht mehr, zuviele Gedanken beschäftigten mich. Endlich um 8 Uhr war mal kurz Schluss mit Regen. Schnell war alles auf der Vespa verstaut, um dann ab zur Grenze USA zu fahren.
Bei der Grenze wurde ich relativ flott abgefertigt, im Gegensatz zu zwei anderen Reisenden. Die wurden ganz schön in die Mangel genommen. Auf der holprigen dreispurigen Autobahn ging es Richtung Portland. Durch Seattle, vorbei bei der riesigen Boeingwerft, kam die nächste Regenfront auf mich zu.

Ab ins nächstgelegene Motel. Das Einchecken verlief eigenartig. Die Rezeption war versteckt hinter einer dicken Scheibe, unter der ein kleiner Schlitz (1cm) frei war. Beim Bezahlen fragte die alte Dame: "Cash or Card?". Ich sagte Karte und schob ihr die Kreditkarte unten durch. Sie gab den Betrag beim Kartenleser ein und war erstaunt, dass meine Karte einen Code verlangte. Da das Gerät natürlich nicht durch den Schlitz passte, forderte sie mich auf, ihr den Pin zu verraten. Nach einer kurzen Diskussion, in der ich ihr erklärte, dass ich den Code nicht preisgebe, durfte ich durch ihre Wohnung ins Büro zum Kartenlesegerät.
In meinem Zimmer wurde dann eine jede Ecke in Beschlag genommen um Zelt und Co. zum Trocknen aufzuhängen. 

22/08/2024

Nächtlicher Spuk

Williams Lake ließ ich hinter mir, um kurz vor Cache Creek auf die 99 Straße Richtung Whistler zu fahren. Endlich war das mal eine schmale kurvige Strecke, hier fühlten sich Fahrer und Vespa gleich besser. Keine großen Lastwagen und Wohnmobile die stressen, auf den Punkt gebracht "fast kein Verkehr". Gemütlich tuckerte ich die Bergstrasse entlang, immer die schöne Landschaft im Blick.
In Lillooet unterbrach ich meine Fahrt. Der Winterskiort Whistler wäre zwar nur mehr 130 Kilometer entfernt, aber ich wollte eine Nacht hier in diesen urigen Ort verbringen.

Am Abend dann bekam ich eine Nachricht von Steve, ein Engländer, der 2019 in der gemischten Myanmargruppe dabei war, die Info, dass er in Whistler sei. Er startete ganz oben in Alaska mit seinem Motorrad und möchte ganz runter nach Feuerland/Südamerika. Wie klein oft manchmal die Welt ist, dass man in irgendeinem Winkel der Erde wieder bekannte Gesichter sieht (Info: dazumals bestand eine Guidepflicht für eine Durchreise von Myanmar und um Kosten zu sparen bildeten sich Gruppen von Reisenden). Seitdem gab es sporadisch immer einen Kontakt über WhatsApp.

Frühmorgens bei angenehmer Temperatur fuhr ich die restlichen Kilometer nach Whistler. Hier am Campingplatz gab es ein freudiges Wiedersehen mit Steve, 5 Jahre sind seitdem vergangen. Ein jeder erzählte dem anderen seine Geschichten, was man in der Zwischenzeit erlebt hatte. Steve sagte mir, dass er letztes Jahr auch die Westroute in Afrika raufgefahren ist und er in der Stadt Luanda/Angola auf einem Campground ein Foto von mir und dem Besitzer gesehen hatte. Gemeinsam ging es dann zu Fuß in die Stadt Whistler, um dort überraschend zu sehen, dass auch im Sommer die Stadt von Touristen überlaufen ist. Naja, eigentlich bieten sie viele Attraktionen der Freizeitgestaltung an, sodass die vielen Touristen hier logisch sind. Hier aß ich zum ersten Mal eine Poutine, das ist quasi die kanadische Leberkässemmel, nur besteht die Speise aus Pommes, Käse und darüber eine heiße Soße.

Die Mahlzeit hat gereicht um Abendessen und das folgende Frühstück auszulassen. Beim Zurückgehen zum Campingplatz ging es noch in einen Spirituosenladen, hier entdeckte ich Österreichisches Bier in Dosen. Gut eingekauft erreichten wir dann wieder unseren Zeltplatz. Hier hatte ein jeder Platz eine sogenannte Bärenbox, da muss man die Sachen reingeben, die auch den Bären munden würden.
Die Bierfeier wurde wegen einsetzendem Regen abgebrochen, ein jeder kroch in sein Zelt. Rhythmisches Prasseln des Regens erleichterte mir das Einschlafen....doch mitten in der Nacht ein quietschendes Geräusch vom Deckel unserer Bärenbox. Ich war sofort hellwach, voller Adrenalin lauschte ich durch die Zeltwand, die Box war ja nicht mal 2 Meter von meinem Zelt weg. Jetzt is soweit, hob i ma docht, a Bär macht si an da Kistn zum Schoffa. Vergessen hauma ah zum Zuasperren mir Deppn, a Grizzly. Flüchten, ja, wohin? Lieg jo net in an Bierzelt. Laute Geräusche machen zum Vertreiben? Na eher net, des könnt mi ins Blickfeld seiner Interesse bringen. Und daun hör i a Zischen. Geh leck, hob i ma denkt, der Bär sauft unsa restliches Bier aus. Und daun hör i a nu an Furz. A furzender biersaufender Bär?🤔 Mit leiser Stimme sagte ich "Steve?" Ich hörte nur ein "Mmhhh" oder war das eher ein Brummen? Ein wenig mutiger bzw. lauter erhob ich meine Stimme "Steve, is that you?" Und diesmal konnte ich Steve ausmachen. Ich bin zu früh eingeschlafen, meinte er und es war ja noch nicht spät, gerade erst mal finster geworden. Ich kroch nochmals raus, ging zur Toilette und beim Retourgehen verschloss ich die Box ordentlich, sind ja nicht umsonst. Nun konnte ich beruhigt weiterschlafen. Anmerkung: Normalerweise hör i des, waun ana sein Reißverschluss vom Zelt aufmacht, oba i dürft wirklich guat gschlofn haum, dass i des überhört hob.😬


 

19/08/2024

Ab in den Süden

Erholsam waren die Tage in Stewart, ein Dorf, das sich den Charakter und Charme einer alten Siedlung bewahrt hat. Ich war in einem hundert Jahre alten Holzhaus (Hotel), das Angelika und Martin, das Salzburger Ehepaar, mitbetreiben. Der Nachbar, eine kleine Bäckerei mit den besten Muffins, besonders die mit den Rosinen waren top. Das Zimmer selbst hatte eine komplette Küche, so konnte ich mir selbst das Essen kochen (Spaghetti und Suppe). Und ein kleines Detail am Rande: ich habe, wenn ich eine Reise mache, IMMER ein paar Sachen aus der Heimat mit. Fix dabei sind unsere Mannerschnitten, Estragon Senf, Zuckerl und verschiedene Sachen zum Verschenken. Und den Salzburgern gab ich einiges davon ab, 2× Manner, 1 Tube Österreichischen Senf, eine Handvoll Nimm2 Zuckerl, Clubbanner. Die haben sich voll gefreut und das Zimmer kostete statt 120 Euro nur mehr 60 Euro die Nacht.
Dank Mannerwafferl und Co.😊.

 
 

Nach 2 Nächten ging es wieder rauf aufs Moped, diesmal ging es einen Teil der Strecke retour, um dann nach Prince George abzubiegen. Entlang dieser Strecke sah ich eine komplette Seite eines Berges brennen, die Sonne schien nur mehr als rote Kugel durch die Rauchschwaden. Eines der vielen Wildfire/Waldbränden derzeit hier in Kanada. Laut Medien wüten momentan mehr als 400 Brände im ganzen Land, Straßensperren können jederzeit veranlasst werden. Gott sei Dank hatte ich noch keine Probleme, meine geplante Route ist nicht gefährdet. Zeltplatz diesmal in Houston, wo ich eine erfrischende Nacht im Zelt verbringen durfte. Abfahrt bei frostigen Temperaturen.


In Prince George bog ich auf den Cariboo Highway ab, der Highway, den ich schon von der anderen Seite einige Kilometer hochgefahren bin, um dann wegen dem Verlust der Kühlflüssigkeit umzukehren. Kurz vor der Ortschaft Williams Lake sah ich schon eine Gewitterfront herankommen. Der Plan "Campingplatz suchen" wurde im Nu in "Wo ist das billigste Motel" geändert. Am Seerand hatte ich Erfolg, 55 Euro die Nacht. Habe gerade noch die Ausrüstung ins Zimmer geschafft und die Vespa mit Plane zugedeckt, als es zu schütten anfing. Perfektes timing😅

 

16/08/2024

Alaska☺️

Die Fahrt nach Stewart verlief reibungslos, bei einem Tankstop kam ein Autobuslenker auf mich zu und redete mich mit Oberösterreichem Dialekt sprechend an. Klaus, 16 Jahre hier lebend, gebürtiger Linzer. In Stewart selbst gibt es ein Salzburger Ehepaar, das 3 Unterkünfte (Logge, B&B und Hotel) betreibt. Dort sprach ich heute zum zweiten Mal Dialekt. Bei Angelika und Martin buchte ich ein Zimmer für den nächsten Tag, denn ich wollte noch rüber nach Hyder, Alaska.

 
Dort durfte ich am Campground nicht zelten, wegen den herumstreifenden Bären, aber der junge Besitzer gab mir in einem aufgelassenen Wohnmobil, das am Platz herumstand, ein Bett. Bin dann weiter zu einem Wanderweg gefahren, wo man auf Holzstegen gehend Lachse und, wenn man Glück hat, auch Bären beim Fischen sehen kann. Einen habe ich noch erwischt bzw. seinen pelzigen Hintern, mit einem Lachs im Maul davon trottend. Dafür lief mir beim Retourfahren mitten im Ort ein kleiner Bär über die Straße.
Aha, daher kein Zelt.




Der einsame Weg nach Alaska

Nach langer Zeit und turbulenten Momenten habe ich nun endlich Zeit euch ein wenig von meinen Eindrücken und Erlebnissen der letzten Tage zu berichten. Die geplante Strecke, von Kamloops aus den Cariboo Highway nordwärts zu fahren, musste ich abbrechen, weil ich bei einer Pause sah, dass meine Vespa Kühlflüssigkeit verlor. Nach einigen Recherchen auf Google Maps zwecks einer Motorradwerkstatt blieb es nicht aus, den Plan zu ändern. In Kamloops gab es nur einen Harleyservice und der nächste Vespa Workshop sollte laut Internet in Vancouver sein. Mehr als 400 Kilometer zeigte mir das Navi an. Mir blieb also nichts anderes übrig als nach Vancouver zu fahren. Am späten Nachmittag erreichte ich die Werkstatt. Dort bekam ich sofort eine Hilfe dank JC dem Mechaniker (was auch immer das JC bedeuten soll, ich fand es nicht heraus). Schuld war eine Korrosion bei dem Anschluss der Wasserpumpe. Gleichzeitig zeigte er mir, dass die Gabel ein Spiel hat. Da es aber kurz vor Feierabend war, machte ich einen Termin zur Behebung bzw. Fixierung der Gabel für den nächsten Tag aus. Die Suche nach einer leistbarer Unterkunft in der Nähe erwies sich schwieriger als ich dachte. Zuerst einmal lag die Werkstatt in einem Problemviertel, wo Drogenhandel herscht und kriminelle Junkies ihrer "Arbeit" nachgehen. Mehrmals wurden mir billige Hotels empfohlen, wo gleich daneben Drogenabhängige am Gehsteig kreuz und quer lagen, diese genannten Hotels in dem Viertel waren gottseidank im Nachhinein gesehen ausgebucht, aber umso sicherer die Gegend, umso mehr stieg der Preis für ein Zimmer, um die 300 Euro die Nacht. 16 Kilometer weg von dem Viertel fand ich am Rande der Stadt einen Campingplatz, wo ich um 40 Euro einen Zeltplatz bekam. Soweit so gut, der Platz war sicher, Toilettanlagen und Duschen top sauber, Management deutsch, Pool und Waschmaschinen vorhanden, aber wieder einmal die Eisenbahntrasse seitlich und eine stark befahrene Straße hinter mir. Oftmals in der Nacht wurde ich durch die Dieselloks aufgeweckt, die Geräusche der sich nähernden Lok's klangen ähnlich wie der Rotorschlag eines Hubschraubers, um sogleich dann wieder von den hunderten quietschenden angehängten Waggons wieder in den Schlaf gerüttelt zu werden. Pünktlich am nächsten Morgen stand ich bei JC in der Werkstatt, dort bekam ich gleich Kaffee in einem Vespahäferl, das ich behalten durfte, serviert. Nach der Fixierung der Gabel ging es zurück zum Campingplatz, dort verbrachte ich den restlichen Tag mit faulenzen, Buch lesen, Wäsche waschen und im Pool schwimmen. Die Nacht war, wie die vorherige, von den Geräuschen nicht besser, so ging es müde bei Regen zur Fähre, die mich nach Vancouver Island brachte. Von dort fuhr ich einmal nach Port Hardy ans andere Ende der Insel, um mich nach der nächsten Fähre nach Prinz Rupert, das schon weiter nördlich liegt, zu erkundigen. Das Büro der BC Fährgesellschaft hatte noch offen und zu meinem Glück sollte am nächsten frühen Morgen ein Schiff nach Prinz Rupert auslaufen. Da ich aber keine Reservation hatte, wurde ich auf die Warteliste gesetzt, mit der Info, ich sollte um 5 Uhr früh hier nochmals nachfragen. Zum Schlafen wählte ich einen Campingplatz in der Nähe des Terminals. Dort gab es schon einmal Schilder die auf Aktivitäten von Bären hingewiesen haben. Mit der kleinen Pfefferspraydose bewaffnet (ist noch von der Afrikareise, danke Metin) schlief ich relativ gut, bis zur nächtlichen Pinkelpause, da musste der Busch hinter dem Zelt herhalten, der lange finstere Weg zu den Toilettanlagen war mir zu unsicher.

 

Um 4 Uhr früh wurde im Schein der Stirnlampe das Zelt abgebaut, die Ausrüstung am Moped befestigt, mittlerweile schon Routine, um eine halbe Stunde später beim Ticketbüro nachzufragen . Der frühe Vogel fängt den Wurm, in dem Fall bekam ich das Ticket, den später erfuhr ich, dass die Fähre voll ist. Die Abfahrt war um 7 Uhr 30 und nach und nach wurde der Wartebereich immer voller. Auch einige Amigos mit ihren Chopperharleys trudelten ein und die glaubten ihre ultralauten Maschinen nicht abstellen zu müssen, aber nervige 15 Minuten neben mir stehend, gaben sie auf, sonst hätte ich noch eine Stunde den Lärm um mich gehabt. Nach "Leinen los" ging es 16 Stunden durch verschiedene Kanäle (heißt auch inlands passage) Richtung Prinz Rupert. Langeweile gab's nicht, von der Besatzung wurden uns verschiedene Informationen mitgeteilt, sprich wenn Wale in der Nähe waren oder wir an geschichtlichen Orten vorbei fuhren. Wie im Kino konnte ich im gemütlichen Sessel sitzend die Landschaft vom großen Panoramafenster aus beobachten. Teilweise gab es Engstellen unter hundert Meter, für ein Schiff dieser Größe eine Herausforderung. Um Mitternacht habe ich im Zielhafen müde mein vorher reserviertes Zimmer bezogen. Am Morgen ging es nach dem Auschecken einmal in ein Geschäft für Regenbekleidung. Ja, meine Regenmontur hat sich an der Anfahrt Port Hardy von meinem Gepäcksnetz befreit und liegt irgendwo im Straßengraben in der Wildnis Kanadas 🫤. Geplantes Ziel "wäre" Stewart gewesen, bei Abfahrt fing es gleich einmal zu regnen an, Feuertaufe für das neue Regengewand, um dann 80 Kilometer später am Straßenrand in der Einöde, quasi im Bärenland, eine Panne zu haben.

Bei 90 km Geschwindigkeit ein Aufheulen des Motors, blinkende Lichter beim Tacho,  und dann Totenstille, ja echte Stille, meiner Person miteinbezogen, kopfkinomässig nach der Ursache denkend schob ich den Roller aus der Kurve an die andere Straßenseite. Griff zur Zigarette, ja ich rauche seit 2 Wochen wieder, nach 7 Monaten Abstinenz, um nun den Defekt zu eruieren. Kolben oder Lager, oder eventuell der Antriebsriemen. Das einzige was ich hier in der Pampa selbst reparieren könnte, das wäre der Riemen. Also zerlegte ich den Seitenteil und dann kamen auch schon Fragmente des ehemaligen Riemens zu Tage. Irgendwie eine Erleichterung, dass es NUR der Riemen war, auf der anderen Seite das große Fragezeichen WARUM??, der hatte ja erst 9000 km drauf, andere Riemen hatte ich oft erst bei 15000 km gewechselt und die hatten noch ziemlich neu ausgeschaut. Bei der Kupplung hingen die letzten Reste verbissen zwischen den Scheiben fest, mit Spitzzange, Messer und viel Kraft gelang es mir endlich den vorbeirasenden Verkehr ignorierend (hat eh keinen interessiert, dass da einer ein Problem hat) die Scheiben sauber zu bekommen. 

Nun machte ich zum neuen Riemen auch gleich neue Variorollen rein, wenn schon offen, dann das kleine Service komplett machen. Fertig und erleichert mit dem Einbau dann gleich die nächste Frustration, beim Drehen des Reifens gab's Schleifgeräusche, mahhhhhh😖😫 Nun fuhr ich zurück nach Prinz Rupert.  Dort ging es zu einer Firma: Metallbearbeiter, Dreher stand auf dem Logo. Dort zerlegte ich nochmals den Antrieb, meine Vermutung, dass es ein Lager erwischt hat, stellte sich als falsch heraus. Ich hatte beim Einbau eine Kühlrippe verbogen, die dann an der Kupplungsglocke scheuerte. Nach dem Ausklopfen mit dem Hammer war das Geräusch verschwunden. Nun ging es wieder Richtung Norden, Stewart war heute nicht mehr zu erreichen, so blieb ich nach einem Drittel der zu fahrenden Strecke in Terace, einem größeren Ort, wo ich am Gemeindecampingplatz mein Zelt aufschlug. Fortsetzung folgt 🫡

09/08/2024

British Columbia

Richtig erholt packte ich frühmorgens im Hostel mein Zeug zusammen, so guat gschlofn ☺️ und ich war im Schlafsaal nicht der einzige, der geschnarcht hat. Schade, denn hier hätte ich noch gerne eine Nacht verbringen können, aber ab heute war das Hostel ausgebucht. So ging es bei blauen Himmel aus Calgary raus und bald darauf fand ich mich in einer gewaltigen Nebelsuppe. Diesmal war nicht mein Zelt, sondern ich taunass. Und die Temperatur  war 100% einstellig, denn sogar die Harleyfahrer hatten mal eine wärmende Jacke an. Bei der Provinzgrenze Alberta/British Columbia machte ich eine Pause, ich stand einfach still, die Sonnenwärme genießend, am Rand eines Parkplatzes, als mich eine Familie erblickte und mich spontan auf eine Jause eingelud. Diese ursprünglich aus der Ukraine stammende Familie lebt schon seit 20 Jahren hier und befindet sich selbst auf der Fahrt in den Urlaub. Und zum Abschied  gab's von der "Mama" noch einen Reiseproviant für mich. Eh interessant eigentlich, je kälter die Temperatur, um so herzlicher die Wärme der Menschen.

 

Seit Calgary wird jeder Tankstop zum Fotoshooting bzw. ich muss viele Fragen beantworten. Ah, und nicht zu vergessen, ab Calgary bin ich wieder in den Bergen unterwegs😍 der 4spurige Transcanada Highway verlauft jetzt auf 2 Spuren. Über den Rogers Pass (1330) dann die Überraschung, eine Temperatur wie im heißen Süden. Kurz vor Kamloops ergatterte ich einen Zeltplatz auf einen Campingplatz, bei den vorherigen wurde ich wegen voll gebucht abgewiesen. 30 Euro für ein Zelt, naja da war das Hostel gestern billiger. Dafür bin ich fast alleine am Platz, 40 Meter hinter mir ist der Highway und die Eisenbahn, amoi luaga wiar de Nocht wird, ah guats Nächte und derweil hupt schau da Zug😬


08/08/2024

Biker

War es in Toronto noch angenehm warm, auch abends, gehen die Temperaturen umso weiter ich westwärts fahre abwärts. Aber meinen Respekt an die meisten Harley Davidson Fahrer, die leichtbekleidet, sprich ärmelloser Jacke (Kutte) hier herumdüsen. Die harten Jungs sind anscheinend immun gegen die Kälte  oder sie fahren dann verķühlt nach Hause, um sich dort wieder gesund pflegen zu lassen. Egal, ich würde meine Thermowäsche anziehen, wenn ich sie mitgenommen hätte. Hatte ja noch vor meiner Abreise geheißen, dass hier eine Hitzewelle (aber nicht von den Waldbränden) ist. So bibbere ich beim Fahren, friere im Zelt, wenn ich von meinem mollig warmen Schlafsack abends mal raus muss auf die Toilette (💩Blase). Frühmorgens dann der Morgensport, wie man gescheiter ein taunasses Zelt verstaut. Nachmittags habe ich einige Stunden, wo es ein wenig angenehmer von den Temperaturen ist, die nutze ich um einen Campingplatz zu suchen, um mein Zelt aufzubauen, sodass es trocknen kann. Hier haben viele Gemeinden einen eigenen Campground, die meisten gut gepflegt, ohne Aufsicht, das Geld wirft man einfach in eine Box. Preise von 10 bis 20 Euro. Letzte Nacht fand ich einen Campingplatz, dort durfte ich weil es so windig war, in einem kleinen Hobbitwohnwagen für 8 Euro schlafen. 

 
 

Heute Calgary, außerhalb von Calgarytown fand ich ein kleines sauberes Hostel. Leider nur für eine Nacht. Mal sehen, wo es mich morgen hintreibt. Adios.

the lonely rider

Ontario/Manitoba/Saskatchewan/Alberta. In der letzten genannten Provinz, genauer in Calgary bin ich nun angekommen. Der Streckenverlauf: Von Thunder Bay ging's noch relativ auf interessanten kurvigen Straßen Richtung Manitoba, aber ab der Provinzgrenze wurde es eintönig, elendslange Geraden, mit einigen Hügeln, keine herausfordernden  Kurven, links und rechts Weideland bzw Getreideanbau. Meine Ablenkung bestand darin, die neben dem Highway verlaufenden Strommasten zu zählen und das abwechselnd auf Englisch und Spanisch, um nicht so wie dazumals bei der Fahrt in Argentinien (nach Feuerland) dauernd auf den Kilometerzähler zu schauen, wobei es wohlgemerkt in der argentinischen Pampa eh keine Strommasten gab. Die beiden Hauptstädte Winnipeg und Regina habe ich umfahren.
Die einzigen Highlights waren die gigantischen Lastwagen, die ich oft bei Steigungen überholen konnte und die mich dafür wenn es bergab ging, mit rasender Geschwindigkeit, als wollten sie die Blamage wettmachen, wieder eingeholten. Quasi war die Rangordnung wieder hergestellt, Lastwagen vorne, ich hinten. Interessant waren auch die oft am Straßerand platzierten Schilder, mit der Angabe bei gewisser Geschwindigkeitsüberschreitung gleich einmal wenn man erwischt wird, den Dollarbetrag, der zu zahlen ist, bekannt zu geben (Preisliste, aber ohne Rabatt🤑). 

Neben den vielen LKWs an zweiter Stelle des Verkehrs, die Wohnwagengespanne, die meisten sind (mindestens) doppelt so groß wie bei uns ein kompletter Lastwagen. Viele davon in Neuzustand und Luxusausführung. Interessant wäre der Preis, denn bei vielen kanadischen Häusern, die oftmals einen eher schmudeligen Eindruck machen, steht neben ein fetter Pickup und gleich so ein XXLteil. Stichwort Pickup/Truck , die meisten mit V8 Motor (die Ölkonzernen freut's), sehr sehr hoch gebaut, was auch lustig an der Tankstelle anzuschauen ist, wenn die Besitzer vorhaben die Windschutzscheibe zu reinigen. Einige davon "die Mutigen" steigen akrobatisch über den Vorderreifen, um irgendwie haltlos das Projekt saubere Scheibe zu starten, andere wiederum kriechen hinterlistig über die Motorhaube zur besagten Scheibe 😂. 

 

04/08/2024

Kein Plan ist ein guter Plan

Nach einigen Fragen zwecks der Reiseplanung. Ich habe ehrlich gesagt keinen Plan, grob ja, was das Ziel sein könnte/wird. Aber sonst 🤷. Habe mich erst im Flieger und dann in Toronto damit beschäftigt, welche Seite ich nach Vancouver/Ziel 1 fahren werde, gibt ah Ziel 2 🤫. Da die Waldbrände keine wichtigen Straßen mehr blockieren, wurde es halt die Kanadaseite und das andere ergibt sich von selbst. Ich fahre so weit am Tag, wie ich Lust habe, ist ja auch wettermäßig abhängig. Reserviere eigentlich nie eine Unterkunft voraus (das schafft Stress und Druck) und zur Vorbereitung: Ich hatte meinen Abteilungschef Wolf Haus (daunksche Hans🤝) letztes Jahr meine Reise erklärt und um 2 Monate Urlaub gebeten, erst im Frühjahr mal bei der Hamburger Spedition In Time angefragt zwecks Luftfracht, mein Favorit Reisebüro Schlömicher für einen günstigen Flug beauftragt.
Meine Freundin machte mir derweil unter anderem die Einreiseanträge USA/Kanada (😘 gracias y beso grande) und kurz vor Abflug machten wir noch gemeinsam einige Erledigungen, so hatte ich mich unter anderem doch noch spontan entschieden eine Haftpflichtversicherung abzuschließen. Ausländer werden in den beiden Ländern nicht von ansässigen Agenturen versichert, bei einer mexikanischen Agentur (Seguro Gringo, welch komischer Name, Gringo falsch betont ausgesprochen ist eine Beleidigung) wurde ich Kunde auf 3 Monate. eSimkarte suchen, ebenfalls nicht so einfach den besseren Anbieter zu finden, günstig ist mal ausnahmsweise keiner der Netzbetreiber, danke Doris 😊.
Und ein Dankeschön an Herbert und Roland, die mir das Garmin Navi mit den gekauften USA Kanada Karten aufbereitet haben. Hat ah weng gfuchst des Gerät, sorry. Danke ah an meinen Club VC Eferding für die Sticker/Banner usw. 🫶 und a Danke an de, die i im Eifer der Schreiberei vergessen hob.

Thunder Bay, 1400 km

Auf dem dreispurigen Highway Nummer 1 fuhr ich aus Toronto raus, nach 100 km hatte ich aber die Nase voll (auch von den Abgasen des zahlreichen Verkehrs) und wechselte auf die Nummer 17, diese Straße  war ein Glücksgriff, denn diese Strecke führte durch die kanadische Seenplatte und ein jeder See entlang der Route hatte einen klingenden Namen, ein paar hundert Seen werden es schon gewesen sein. Zwischendurch ging es auch durch einige Reservate der Ureinwohner, auch First Nation, genannt nach  Sault ste. Marie. Dieser Ort wäre eigentlich mein Ziel für die Übernachtung gewesen, aber hier war gerade das Motto alles "Harley Davidson" angesagt. Durch das Motorradtreffen war das Angebot ziemlich spärlich was freie Unterkunftsmöglichkeiten betrifft. Was soll's, werde schon was außerhalb finden. Nur das mit außerhalb hatte mich weitere hundert Kilometer entlang der 17ner gekostet. Hier waren es nun die Camper und die zahlreichen Reisenden, die die Motels und Campingplätze in Beschlag genommen hatten. Einige Campingbetreiber hätten mir einen freien Platz zu horrenden Preisen gegeben, NUR diese Parzellen waren scharfkantige Schotterplätze, in der Größe für einen LKW (die fahren echt fette lange Wohnmobile hier), sowas wollte ich mir und dem Zelt nicht zumuten . Die Lösung fand ich in der Nähe eines Motels im Wald. Soweit so gut, das Zelt war schnell aufgebaut, ab zum Motel zwecks einer Dusche,  geruchsfrei und sauber retour zum Zelt, wo mich schon hunderte blutdurstige Amigos freudig erwartet haben. 

 

So verbrachte ich die Zeit bis zur Dämmerung geschützt aber wieder schwitzend im Zelt. Die Nacht war auch nicht besser, einige Male durch Geräusche die ich nicht zuordnen konnte, munter geworden. Im Nachhinein war es wahrscheinlich mein eigenes Schnarchen, das ich in meinem seichten Schlaf gehört hatte und keine Viecher. Dafür war ich früher munter und fertig fahrbereit als der blöd dreinschauende 🐓 zum Krähen anfing (auch Hähne können verschlafen). So ging es, bei frostigen Temperaturen fahrend, dem Sonnenaufgang entgegen und Richtung Thunder Bay, meinem heutigem Ziel. Feine Straße, stressfrei und landschaftlich interessant.

01/08/2024

Auf kanadischem Boden

Die Anreise von Wien nach Toronto mit Umsteigen in Montreal war ehrlich gesagt ein Hindernislauf. Zuerst die Mitteilung, dass der Flug 2 Stunden Verspätung hat, dann beim Einchecken bekam ich ein Ticket ohne Sitznummer, weil "der Flieger überbucht war", mit dem Hinweis, dass die Airline eh schauen wird, dass ich mitgenommen werde. Das zweite Ticket Montreal Toronto wurde zwecks Papierspargründen mal nicht ausgedruckt. 

 
Frustriert wurde die nächste Bar in Beschlag genommen, dann die Mitteilung ich darf nun doch mit . Nun in Montreal angekommen, eh schon wissen, Anschlussflug verpasst, viel Stress wegen dem fehlenden Ticket, Nachforschungen, ob meine Ausrüstung eh nach Toronto weitergeleitet wurde, Ticket für den Weiterflug ergattern, dann die nächste sportliche Tätigkeit, laufen 🏃‍♂️ zum Gate, um den Flieger nach Toronto zu erwischen. Erleichterung bei der Ankunft,  gleichzeitig stieg wieder der Stresspegel beim Einschalten des Handys,  Emails von der Spedition hier, das meine Vespa schon einige Tage hier im Urlaubsmodus herumsteht und mit der Bemerkung, dass Lagerkosten anfallen werden. Noch im Taxi vom Flughafen zum Hotel ging die Schreiberei mit der Spedition los, mit mehrweiligen Unterbrechungen des Taxifahres indischer Abstammung, der sich nicht die Adresse des Hotels merken konnte. Gottseidank endlich die Ankunft beim Hotel, gleichzeitig eine gute Nachricht von der Spedition, morgen ist die Deadline, sonst heißt es zahlen. Apropos zahlen, der Taxista hat sich gleich selber ein Trinkgeld verschrieben und das Wechselgeld einbehalten. Nach einer erholsamen Nacht im Hotel, das in der Einflugschneise vom Flughafen liegt, wie im Film Pearl Harbor, ein Flieger nach dem anderen, im Minutentakt, ging es mit dem Taxi ins Büro der Spedition. Dort wurden mir die Frachtpapiere überreicht und mitgeteilt ich muss zum Zoll, nur der liegt auf der anderen Seite vom Flughafen. Das Speditionsbüro war eigentlich in einer einsamen Gegend und da mein Taxi weg war, bot mir der Bearbeiter an, mich zum Zollamt zu fahren, ein Glücksgriff für mich, Zollbeamtin war schnell und freundlich, dann Fahrt zum Lagerhaus, auch hier war mein Fahrer ein alter Bekannter, sodass in 10 Minuten meine Vespabox vor mir stand. Ich durfte drinnen meine Vespa auspacken und zusammenbauen. Auf meiner Nachfrage zwecks Kosten wurde mir gesagt, dass ich nichts mehr zu zahlen hätte. Welcome Kanada.