30/08/2024

Yellowstone Park

In West Yellowstone, dem westliche Eingang zum Nationalpark angekommen, suchte ich mir am Rande der Kleinstadt einen Campingplatz. Preis für den Schotterplatz: 54 Dollar pro Nacht. Zwei Nächte verbrachte ich hier. Den fahrfreien Tag habe ich ausgenutzt, um mir einige heimische Tiere im Zoo anzuschauen und einige Lebensmittel für den Park einzukaufen, wobei ich mir keinen Bärenspray kaufte, der in jedem Geschäft angeboten wurde.

Hier sind jedenfalls die Nächte schon ziemlich kalt, liegt doch der Ort auf über 2000m. Frühmorgens startete ich zum Eingang des Park's und zahlte dort 30 Dollar Eintritt als Motorradfahrer, gültig 7 Tage. Nun ging es gemütlich fahrend von einem Geysir zum nächsten. Beim berühmten Old Faithful Geysir angekommen, warteten sicherlich über 500 Leute auf die Fontäne, ein jeder griffbereit seine Kamera oder sein Handy. Da der Geysir laut Tafel nur alle 60 bis 90 Minuten sein heißes Wasser ausspuckt, nutzte ich die Wartezeit sinnvoll und ging derweil zu den anderen Geysirfeldern.

Fertig mit der Wanderung, kam ich wieder beim Old Faithful an. In der Zwischenzeit waren weitere hunderte Leute dazugekommen und der Geysir hatte noch immer keine Lust die zahlreichen wartenden Fotografen zu unterhalten.
Ich fand eine kleine Lücke mit guten Blick zum "Oldie" und nach nicht mal 5 Minuten warten, spuckte er seine Fontäne medienwirksam zur Freude aller Hobbyfotografen aus. Nach dem Ende gab's einen großen Aufbruch, die meisten Leute strömten zu ihren Autos zurück. Ich wollte mir den Wirbel nicht antun, also ging ich zum nächsten Shop, kaufte mir ein Getränk, setzte mich zur Seite und schaute mir das Chaos der wegfahrenden Autos an, im Blickfeld noch immer den Geysir. Nicht einmal 15 Minuten nach der vorherigen Show, spuckte er schon wieder sein heisses Wasser in die Luft. Ok, dachte ich, die Tafel gehört umgeschrieben, nicht alle 60 bis 90 Minuten.


Als es ruhiger wurde, fuhr ich zum Campingplatz Bridge Bay. Hier bekam ich am letzten Ende im Wald meinen Platz zugewiesen. Ein jeder Platz hatte seine Bärenbox, in die man laut Hinweiszettel alles Essbare,  Kosmetik (Duschgel, Zahnpaste, usw.) reingeben muss. Komische war nur, dass der Platz bei Weitem nicht vollbelegt war. Ich fand die Zuteilung meiner Zeltparzelle ein wenig blöd, denn meinen nächsten Zeltnachbarn konnte ich, abwärts durch den Wald blickend, gerade noch erspähen. Die werden mich doch nicht als Köder benutzen??
Kurz vor der Finsternis traf ich im unteren Teil der Anlage meinen Reisespezi Steve wieder, der gerade mit dem Zeltaufbau fertig wurde. Auch er bleibt einige Tage hier im Park. Mit zwei Dosen Bier, die Steve aus der Seitentasche zauberte, wurde das Wiedersehen gefeiert.
Ich schlich mich dann, bevor es ganz dunkel wurde, wieder durch den Wald zu meinem Tipi und sperrte, sicher ist sicher, auch meine Schuhe in die Box. Wer weiß, welche Geruchsnoten Bären bevorzugen.
Recht gut habe ich nicht geschlafen, erstens fiel die Temperatur auf 5 Grad und meine volle Blase sagte mir, auf zur Toilette. Nur die lag am anderen Ende des Waldes, zu weit weg im 🐻Gebiet und in der Nähe des Zeltes wollte ich keineswegs MEIN Revier markieren.
Endlich kam das Tageslicht. Ich raus, runter zur Toilette, um dann gefühlte 30 Minuten in der beheizten Anlage meinen durchgefrorenen Körper aufzuwärmen und dann zurück zum Platz, um mein Zelt abzubauen. Nun ging ich zu Steve, auch er hatte die eisige Nacht genossen, denn er machte komische Aufwärmübungen.

Einige Kilometer entfernt war eine kleine Ortschaft, wo wir uns ein "warmes" Frühstück gönnten.
Von hier aus fuhren wir gemeinsam nach Norden, um uns einige Attraktionen anzuschauen. Bei einer grasenden Bisonherde war ein großer Auflauf von Menschen, die Fotos machten und nachdem die Büffelfotos geschossen waren, musste meine Vespa als zweitplaziertes Fotomotiv herhalten. Najo, vollgepackt schauts schon ah weng wiar ah kloana Büffel aus.


Im Norden trennten sich unsere Wege wieder, Steve fuhr zurück zum Campingplatz, ich fahre langsam ostwärts.




1 Kommentar:

  1. " Köder benutzen"...Unter Bären, Bisons, Büffeln...es müssen einige verzweifelte Nächte gewesen sein!!...während deiner Zeit in Afrika ging es dir besser!...ich denke...

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