Am Rande des Yellowstone durchfuhr ich eine kleine Siedlung und spontan beschloss ich, die Nacht hier zu verbringen. Zum Campen war mir nach der letzten Nacht nicht mehr, so suchte ich mir eine fixe Unterkunft. Der Preis für das Zimmer war ein wenig überzogen, doch die ganzen Hinweisschilder zwecks Bärenaktivitäten machten mir die Entscheidung einfach. Rein ins Zimmer, Heizung voll aufgedreht, Zelt draußen zum Trocknen aufgelegt, zurück ins Zimmer, eine heiße Dusche genehmigt und den Rest des Nachmittags einfach genießen.
Nach einer erholsamen bärensicheren Nacht wartete ich noch ab, dass die Sonne ein wenig höher stand, um es ein bisschen wärmer bei der Fahrt über den Dead Indian Pass zu haben. Nach den ersten 30 Kilometern zeigten mir meine Finger, dass ich wohl zu früh weggefahren bin. Trotz guter Handschuhe wurden die Finger taub vor Kälte. Über zahlreiche Serpentinen erklomm ich endlich den Dead Indian Pass. Nach dem obligatorischen Foto ging es auf der anderen Seite runter. Ich konnte es nicht fassen, in die Wärme. Unten angekommen zeigte mir die Temperatur, dass es ab nun zum Schwitzen wird. Aber lieber schwitzen beim Fahren als frieren.
700 Kilometer zeigte mir das Navi in der Früh bis zum Ziel an, hatte ich doch einen kleinen Umweg eingeplant, um mir Little Bighorn anzuschauen. Im Jahr 1876 wurde dort General Custer mit fast 300 Kavalleriesoldaten von den sich wehrenden Indianern aufgerieben. Die Schlacht am Little Bighorn wurde oftmalig verfilmt, nur wurde der weiße Mann immer als glorreicher Held gezeigt. Die Wahrheit ist, dass die indigenen Stämme aussichtslos und verzweifelt um ihr eigenes Land gekämpt haben.
Weiter ging es schwitzend auf kleineren Straßen dem ersten Nationalmonument in der Geschichte Amerikas, dem Devils Tower, entgegen. Kurz vor Sonnenuntergang erreichte ich den für die Indianer heiligen Monolithfelsen. Gleich in der Nähe des Berg's gab es einen kleinen Campingplatz mit herrlichem Blick zum Felsen. Perfekt um hier 2 Nächte zu bleiben.


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