Abfahrt vom Motel bei Regen, Ziel Portland, um dort den fälligen Öllwechsel bei der hiesigen Vespawerkstatt zu tätigen. Bei der Ankunft um die Mittagszeit erstmal die Ansage "3 Tage Wartezeit", aber nachdem Tom der Chef rauskam und meine Weltreisevespa gesehen hatte, meinte er, geh einmal was essen, wir werden das inzwischen erledigen. Nach dem Essen ging ich zurück und meine Amiga stand schon wieder draußen, fertig zum Weiterfahren. Öl und der Hinterreifen wurden gewechselt. Nach der Bezahlung drückte mir noch sein Mechaniker eine Auspuffdichtung in die Hand, weil er meinte, dass die bald hinüber sein wird. Dankbar und froh über die rasche Erledigung fuhr ich raus aus der Stadt, um wieder die nächste Regenfront zu erwischen. Eh noch nass vom Vormittag hatte ich keine Lust zu zelten, also wurde ein Motel angefahren.
Am folgenden Morgen ging es weiter bei Sonnenschein und in trockener Kleidung, lange durch die "amerikanische Wachau" den Columbia River entlang. Nur dieser Fluss ist um einiges größer als unsere Donau. Immer im Blick die zahlreichen Weinreben und die Passagierschiffe. Als ich meinen Zielort Walla Walla erreichte und ich bei den drei dortigen Campingplätzen zwecks Zeltplatz nachfragte, wurde ich immer abgelehnt, es seien nur Wohnmobile/Waggen erlaubt. So fuhr ich noch über hundert Kilometer, immer auf der Suche nach einem Platz auf dem kein "Tent" Verbot herrschte.
In Dayton wurde ich bei einem Wohnwagenpark fündig, der Chef fährt selbst Motorrad und er erlaubte mir um 10 Dollar mein Zelt aufzubauen. Ein wenig anders war der Platz schon, nicht wie die Plätze, die ich bisher gesehen hatte. Die meisten Gäste/Bewohner im Rentneralter schienen dauerhaft hier zu wohnen. Ein wenig vermüllt ausschauend, aber auf der einzigen freien Wiese (5×5 Meter) durfte ich mein Nachtlager aufschlagen. Ein wenig mühselig war es dann in der mit Hundekothaufen übersäten Wiese eine Stelle für mein Zelt zu finden. Die trockenen Kothaufen schubste ich mit dem Schuh einfach zur Seite, bis ich genug Platz hatte. Nach dem Aufbau hatte ich noch genügend Zeit, um mich meiner Vespa zu widmen. Ich hatte gerade den Auspuff demontiert, um die geschenkte Dichtung einzubauen, da sah ich am Boden liegend unter der Vespa durch, dass ein kleiner Hund meinen Zelteingang markierte. Zu spät, aber nichtsahnend, dass das erst der Anfang vom Hund und Katze verscheuchen war. Fast fertig mit dem Austausch der Dichtung, da erschien zuerst eine räudige Katze, die ich noch von mir wegscheuchen konnte. Aber was machte das Mistvieh...ging einfach hinter das Zelt, um dort bei der Zelthaut die Krallen zu schärfen. Ich sofort rüber zum Zelt, die Katze verjagt, zurück zum Moped Klebeband holen. Und derweil ich die Plane mit Klebeband flickte, kam ein großer Hund (da hatte fast ein jeder Bewohner wie ich später sah so eine Tier, daher die Kotwiese) und erschnüffelte den Urin vom kleinen Hund. Was dann geschah könnt ihr euch denken, er pullerte eine Ladung auf den Reißverschluss meines Eingangs.
Jetzt woar i schon grantig, aber die Story geht nu weiter, denn ich wollte mir den schönen Ort noch ansehen (habe ich dann am nächsten Morgen bei der Abfahrt gemacht), da tauchte ein Rudel Katzen auf, so um die zehn Stück, die es magischerweise immer zum Zelt hinzog. Nun verbrachte ich die restliche Zeit damit die Viecher zu verscheuchen, die glaubten, dass das blaue Zelt ihr Kratzbaum wäre. Als es dunkel wurde, kroch ich in mein Zelt, aber Katzen sind ja auch nachtaktiv, so ging das Spiel munter weiter. Einige sprangen aufs Zelt, die konnte ich von innen aufs Zelt schlagend abwehren, aber andere lagerten am Boden, da musste ich unzählige Male raus aus meiner Behausung. Fast wie in einem schlechten Horrorfilm.
Unausgeschlafen packte ich frühmorgens mein Zeug aufs Moped. Pluspunkt von dem Platz war, dass mir ein Bewohner als Stärkung für meinen ausdauernden Abwehrkampf ein Melonenstück reichte und am nächsten Tag eine Tasse Kaffee brachte, kurz bevor ich den Startknopf drückte. So sah ich nun, wie oben erwähnt, das noch schlafende Dorf erst bei der Weiterfahrt.
Missoula, in Montana ist mein heutiges Ziel.

Ich sammle schon mal Katzen ein für Deine Ankunft in good old WDG 🤣😜
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